Backpacking in Singapur Besuch im Cloud Forest
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Backpacking in Singapur – Unser Start in Südostasien

Nach einer Woche im Paradies ging es für uns auf zum Backpacking in Singapur. Zehn Stunden dauerte der Flug von Fiji in die Metropole. Der Einreisezettel, den wir im Flugzeug ausfüllen mussten, begrüßte uns direkt mit der Aussage: Drogenhandel wird mit der Todesstrafe geahndet. Herzlich Willkommen in Singapur!

Als wir ankamen, schüttete es erstmal in Strömen. Ein ziemlicher Kontrast zu 35°C und Sonne pur in Fiji. Die Einreise lief allerdings viel entspannter als erwartet, nach ein paar Minuten standen wir bereits an der Gepäckausgabe. Andere Backpacker gab’s erstaunlich wenige zu sehen. Diejenigen, die mit uns ankamen, wurden allerdings alle systematisch vom Zoll rausgezogen und nochmal kontrolliert – wir natürlich auch. Nachdem alle Rucksäcke doppelt und dreifach gecheckt wurden, durften wir richtig einreisen und wurden erstmal umgehauen vom „Jewel“. Denn Singapurs Flughafen wartet mit einer riesigen Kuppel auf, die vollgewachsen ist mit Pflanzen und einen gigantischen Brunnen in der Mitte hat. So richtig in Worte fassen lässt sich das nicht. Lichtshow, Musik, tausende Menschen mit ihren Smartphones in der Hand. Zack, wir sind ein bisschen überwältigt.

Herausforderung Fahrkartenkauf!

Nachdem wir unser in Fiji abgehobenes Bargeld eigentlich gar nicht benötigt hätten, weil man überall mit Kreditkarte zahlen konnte, wollten wir in Singapur eigentlich gar kein Geld abheben. Schließlich hieß es in sämtlichen Blogartikeln, dass man auch hier überall mit Karte zahlen kann. Was folgt? Der Versuch, ein Bahnticket für den MRT zu kaufen. So heißt die dortige U-Bahn, die uns vom Flughafen zu unserem Hostel bringen sollte. Von Terminal 2 ging es zwei Stockwerke runter zur MRT-Haltestelle. Die Tickets am Automaten waren erstaunlich günstig – Kartenzahlung allerdings nicht möglich (es gibt ein Kartenlesegerät am Automaten, das lässt sich aber nur für Dauerkarten benutzen, die man wiederum nicht an diesem Automaten kaufen kann). Der Mann am Schalter erklärte auf unsere Frage, wie wir am besten Tickets bekämen: „No credit card. ATM upstairs“.

Also wieder zwei Stockwerke nach oben, ATM gefunden, Geld abgehoben. Der MRT-Automat nahm allerdings nur kleine Scheine, und der Touristenschalter wechselte leider kein Geld. Also auf zum Abendessen zu „Heavenly Wang“ im Terminal – für einen Flughafen ebenfalls erstaunlich günstig. Auf die Frage, welches von den Gerichten vegetarisch sei, kam die Antwort: „No vegetarian. Cheese Sandwich!“ Also her mit dem Cheese Sandwich, das einfach nur eine Scheibe Toastbrot mit drei Scheiben geschmolzenem Käse war und wieder runter zum Fahrkartenautomaten. ENDLICH – wir durften zwei Tickets kaufen und Richtung Hostel fahren. Anderthalb Stunden später als eigentlich erwartet und ein bisschen schockiert darüber, dass das bisher das wohl komplizierteste Fahrkartenerlebnis unseres Lebens war.

Letztendlich gab’s eine ganz einfache Lösung für das Problem. Mehr dazu weiter unten.

Backpacking in Singapur: Übernachtung im typischen Kapsel-Hostel

Statt klassischem Doppelzimmer im Hostel oder Bed & Breakfast hatten wir uns als Übernachtungsort etwas scheinbar typisch Asiatisches ausgesucht: Das 7 Wonders Kapsel-Hostel. Statt typischer Doppelstockbetten gibt’s in den Schlafsälen eine Art kleiner Kojen, entweder für eine oder zwei Personen. Zum Backpacking in Singapur gehört so ein Erlebnis scheinbar auf jeden Fall dazu, zumal es eine ausgezeichnete Low-Budget-Variante für das Reisen in Singapur ist! Was online total charmant klang, machte Felix beim Ankommen allerdings erstmal etwas aggressiv. Denn tatsächlich hatten wir in unserer Queensize-Kapsel deutlich weniger Platz als in unserem Campervan, der ja schon recht klein war.

In das Schließfach unter unserem Bett passten unsere zwei Rucksäcke nur, wenn Felix sich mit dem Rücken gegen die gegenüberliegende Wand gestemmt und die Türen mit den Füßen zugedrückt hat. Sah super lustig aus, war aber eher nicht so gedacht. Die beiden kleinen Tagesrucksäcke, das Kletterseil, unsere Kulturbeutel und unsere Arbeitsausrüstung schliefen in der ersten Nacht mit uns im Bett – zum Glück war das groß genug, um nicht mit den ganzen Sachen kuscheln zu müssen. Ab Tag zwei lagerten unsere Backpacks wie das Gepäck der meisten anderen Gäste dann unten im Kofferraum. Nicht ganz praktisch, aber die einfachste Lösung. Ansonsten war in unserem Kapsel-Hostel alles wie in den meisten anderen Hostel-Schlafsälen. Schlaf bekommt man nicht allzu viel, denn die 18 anderen Menschen kann man wegen der Vorhänge vor den Kapseln zwar nicht sehen, aber natürlich hören. Dafür war das Hostel günstig und die Lage wirklich super, sodass wir letztendlich fünf Nächte dort geblieben sind.

Singapurs Innenstadt: Ein Schmelztiegel der Kulturen

Da unser Hostel direkt neben Little India gelegen ist, ging es zu Fuß los auf Stadterkundung. Im benachbarten Viertel spürt man wenig von Glanz und Reichtum, die kleinen Straßen sehen so aus, wie man sie sich in vielen asiatischen Ländern vorstellt. Verkaufsstände reihen sich aneinander, überall sind Menschen unterwegs, überall sind fremde Gerüche und Geräusche. Unser erstes Mittagessen besorgten wir uns in einem typischen Food Court – alles war sehr günstig, wir hatten nur keine Ahnung, was es gibt. Die spontane Auswahl nach Bildern hat uns aber ziemlich glücklich gemacht. Besonders lecker: Pau. Kleine runde Teigklopse mit Füllung für etwa 50 Cent. Haben wir ständig in den fünf Tagen in Singapur gegessen.

Von Little India ging es weiter Richtung Innenstadt zum muslimischen Viertel rund um die Moschee Masjid Sultan. Auch hier gibt es viel Trubel und unzählige kleine Geschäfte, allerdings wird hier viel Handgemachtes verkauft, es gibt Kunst und tolle Streetart. Für mich das mit Abstand schönste Viertel in Singapur.

Happy Chinese New Year!

Je weiter wir von dort Richtung Innenstadt kamen, desto höher wurden die Gebäude um uns und desto pompöser wirkte die Stadt. Da wir ungeplant genau zum Chinese New Year in Singapur waren, landeten wir mehr zufällig am Marina Bay Floating Stadium, wo eine Art chinesische Messe stattfand. Riesige beleuchtete Figuren, traditionelle Tänze und Gesang, und anschließend ein beeindruckendes Feuerwerk. Alles ganz schön groß und bunt! Nach dem Feuerwerk ging es dann zum Marina Bay Sands. Ein Hotel, das ein bisschen wirkt wie von einem anderen Stern. Ganz kurz haben wir mit dem Gedanken gespielt, eine Nacht dort zu buchen – zum absoluten Highlight, dem Infinity Pool auf dem Dach, dürfen nämlich leider nur Gäste. Die 300€ waren es uns dann aber doch nicht wert 😉

Die Gardens by the Bay – das grüne Herz der Stadt

Durch das Hotel führt eine Brücke direkt auf die Gardens by the bay zu, die tagsüber und nachts völlig verschieden sind. Wir standen erstmal da und haben die gigantischen, beleuchteten Supertrees bestaunt. Außerdem war der See voll mit hunderten kleinen und großen „Licht-Eiern“, die auf Berührung hin ihre Farbe gewechselt haben. Lässt sich nicht so wirklich beschreiben, weil es tatsächlich so verrückt war, wie es klingt.

Am nächsten Tag ging es für uns nochmal hierher – wir hatten Tickets für Flower Dome und Cloud Forest. Der Flower Dome war für uns nicht allzu spannend, da es viele Pflanzen zu sehen gab, die wir aus Deutschland oder Europa kennen. Der Cloud Forest hingegen war ziemlich beeindruckend, insbesondere der Rundweg, der von der siebten Etage bis ganz nach unten führt. Alle zwei Stunden wird der Forest übrigens eingenebelt, sodass alles noch viel mystischer wirkt. Einziges Problem: Es ist wirklich arschkalt dort drinnen. Shorts und offene Schuhe waren definitiv die falsche Entscheidung. Eigentlich wollten wir uns im Anschluss noch mehr vom botanischen Garten anschauen, es hat draußen allerdings schon wieder so geschüttet, dass wir es uns lieber drinnen gemütlich gemacht haben.

Sentosa – Eine menschengemachte Insel voller Spaß

Nachdem wir zwischenzeitlich einen Arbeitstag eingelegt hatten, ging es am letzten Tag unseres Singapur-Abenteuers für uns nach Sentosa. Die Insel an sich ist schon total verrückt. Sie wurde komplett von Menschen angelegt und steckt voller Attraktionen. Universal Studios, ein riesiger Wasserpark, ein Hard Rock Café und unzählige Restaurants und Cafés. Ein Schmetterlings- und Insektenpark, eine Licht- und Feuerwerkshow, die Luge, der riesige Merlion, eine eigene Inselbahn. Es ist der pure Wahnsinn, und so richtig weiß man nicht, was man mit der Reizüberflutung eigentlich anstellen soll. Übrigens: Backpacking in Singapur kann ziemlich günstig sein – Sentosa sollte man dann aber lieber auslassen, denn die Attraktionen kosten ordentlich Geld.

Statt ein kleines Vermögen auszugeben, haben wir uns nur Tickets für die Luge besorgt. Eine Mischung aus Sommerrodel- und Kartbahn, die wir in Queenstown ebenfalls besucht haben und die mich wieder zum kleinen Kind werden lässt. War also klar, dass wir das wiederholen mussten. Die beiden Strecken in Neuseeland waren zwar aufregender, dafür hatten wir auf Sentosa vier Strecken zur Auswahl und konnten sechsmal fahren – für ungefähr 30€. Ziemlich fair und ein echt großer Spaß, wenn man mit vollem Karacho an den Einheimischen vorbeirast, die sich nicht so richtig trauen, loszudüsen. Abgesehen von einzelnen Attraktionen war die Insel allerdings relativ leer, was das ganze Geschehen noch unwirklicher gemacht hat. Einen Besuch wert ist Sentosa allemal.

Noch zwei kleine Fun Facts gefällig?

Zu unserem Fahrkartenerlebnis am Flughafen gibt es noch einen zweiten Teil – denn tatsächlich ist das alles viel fortschrittlicher, als wir uns erträumt hätten. Ist uns aber leider erst am letzten Tag aufgefallen. Es gibt in den MRT-Stationen Fahrkartenautomaten, die kleine Papierkarten als Tickets ausspucken. Diese hält man dann auf einen Sensor, der die Schranke zu den Gleisen öffnet. Während wir uns mit dem Beschaffen von Bargeld abgemüht und über anderthalb Stunden Zeit am Flughafen verplempert hatten, kann man seit einigen Monaten tatsächlich SEINE KREDITKARTE auf diesen Sensor legen. So einfach! Haben sie nur leider vergessen, irgendwo dazu zu schreiben, damit die ganzen Touris das auch verstehen. Also ja, es ist ziemlich fortschrittlich – vorausgesetzt, man bekommt den Fortschritt auch mit 😉

Von Singapur ging es für uns dann weiter mit dem Bus über die Grenze nach Malaysia. Zur selben Zeit hatte sich ein Päckchen mit unseren warmen Sachen, die wir für Neuseeland brauchten, auf den Weg zurück nach Deutschland gemacht. Fette Wanderschuhe, Fleecejacken und so weiter benötigen wir bei dauerhaft über 30°C definitiv nicht mehr, und ein bisschen Gewicht einsparen ist bei all dem Kletterzeug, das wir dabeihaben, nicht schlecht. Das Witzige daran: Unser Päckchen braucht vermutlich rund drei Monate, bis es auf dem Seeweg in Hamburg ankommt. Mal sehen, wer schneller ist 😊

Fazit: Backpacking in Singapur ist ein super Start für Südostasien

Nach drei Monaten in Neuseeland und einer Woche entspanntem Insel-Dasein waren wir ziemlich gespannt, wie Südostasien uns begrüßen würde. Denn so richtig damit beschäftigt, was uns hier eigentlich erwartet, hatten wir uns tatsächlich erst am Gate in Fiji kurz vor unserem Flug nach Singapur. Tatsächlich ist aber alles so entspannt gelaufen, dass es gar nicht viel Vorbereitung bedarf. Wer also Lust hat, mit dem Rucksack Südostasien zu erkunden, der ist in Singapur gut aufgehoben. Alles hat sehr hohe Standards und bietet damit die perfekte Chance, sich an die fremde Kultur zu gewöhnen. Wir können den Start in Singapur also eindeutig empfehlen!

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