Camper eingerichtet von innen mit Kissen und Bettwäsche
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Einen Camper einrichten – Die Geschichte von Walter Smitty

Da wir unseren Camper vom Händler und nicht wie ursprünglich geplant privat gekauft hatten, gab es innen leider auch nichts außer den Holzmöbeln. Also hieß es in den ersten beiden Wochen: Camper einrichten und ein Zuhause draus machen.

1. Unser Lieblingsjob: Lasieren

Wer unsere Wohnung kennt, weiß, wie viel Zeit wir schon in das Lasieren der Obstkisten, Regale und anderer DIY-Möbel gesteckt haben. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass das Holz in unserem Camper unbehandelt war und wir endlich wieder selbst Hand anlegen durften (nicht!). Da wir aber eine kleine Spüle im Camper haben und sich über Nacht sowieso recht viel Feuchtigkeit an den Fenstern sammelt, kamen wir um die Aufgabe leider nicht herum. Unsere Lösung: Alle Oberflächen abschleifen, dann Sprüh-Lack für die “Arbeitsplatte” und den Holztisch, den wir sowohl drinnen als auch draußen verwenden und Varnish für alle anderen Holzflächen. Eigentlich wollten wir Lack zum Pinseln, der hätte aber sieben Tage zum Trocknen gebraucht – keine Option, wenn man im Camper schlafen möchte.

Wo gibt’s das? In jedem Bunnings Warehouse oder Mitre 10. Das sind die zwei Baumärkte, die wir angesteuert haben. Eine mittlere Dose Varnish und zwei Spray-Dosen Klarlack plus Schleifpapier, Abdeckfolie, Tape und Pinsel haben uns rund 100 NZD gekostet.

Zugegeben, es gibt deutlich schlechtere Orte, um einen ganzen Tag lang mit Lasieren und Lackieren beschäftigt zu sein.

2. Matratzen und Bezüge

Unsere Autoverkäufer hatten einen Deal mit einem Matratzenladen, bei dem wir unsere Matratzen mit Bezügen zu einem ziemlich fairen Preis bekommen hätten – leider mit einer Woche Wartezeit. Da wir nicht so lange in Christchurch bleiben wollten, musste eine Alternative her. Wir haben uns die Matratze (tatsächlich einfach nur Schaumstoff) zuschneiden lassen und dann separat Stoffe gekauft, um sie zu beziehen. Rückblickende Erkenntnis: Nicht die beste Idee. Es eignen sich nicht viele Stoffe für unser Vorhaben, sie sind verdammt teuer und eine Nähmaschine haben wir natürlich auch nicht dabei.

Wo gibt’s was? Die Matratze haben wir für 259 NZD bei ParaRubber in Christchurch zuschneiden lassen, Stoffe gibt’s im SPOTLIGHT. Den Laden findet man in mehreren Städten, am besten hat man einen genauen Plan oder vieeel Zeit. Ösen und Faden gibt’s ebenfalls dort. Wie viel wir am Ende für alle Stoffe bezahlt haben, wissen wir selbst nicht so genau – ist vielleicht auch besser so :).

Matratzenbezüge ohne Nähmaschine – geht das überhaupt? Zuerst wollten wir Druckknöpfe annähen, von denen haben uns die Verkäuferinnen im SPOTLIGHT aber abgeraten. Der nächste Plan: Tackern. Lasst euch sagen, eine ganz schlechte Idee! Unsere letztendliche Lösung? Kleine Ösen, die wir in den Stoff drücken, mit einem Faden verbinden und spannen. Wir haben bisher erst eine von den vier Matratzenstücken geschafft, weil das Ganze echt aufwendig ist. Dafür sieht’s hübsch aus und macht den Eindruck, als würde es halten. Yehaa!

3. Vorhänge und Stoffdecke

Unser Camper hat wunderbar viele Fenster, für die wir nachts natürlich Vorhänge brauchten. Außerdem sah die Decke des Wagens beim Kauf ziemlich mitgenommen aus. Fleckig, teilweise aufgerissen – definitiv nicht ansehnlich. Mit den Stoffen für die Matratzen war unser Einkauf bei SPOTLIGHT also noch nicht beendet, sondern wir haben auch Stoff für die Vorhänge und Decke besorgt. Hier wiederum war Tackern eine ausgezeichnete Idee! 🙂 Unter der Decke lag nämlich eine dünne Holzplatte, in der die Tackernadeln wunderbar halten. Für die Vorhänge haben wir kleine Haken in die Decke geschraubt und Fäden durchgezogen, der Stoff selbst ist mit großen Paperclips festgemacht. Fällt aber jeden Morgen und Abend mindestens an einer Stelle ab, insofern werden wir hier auch nochmal mit dem Tacker ran.

Wo gibt’s was? Paperclips in The Warehouse, Licherketten in Bunnings Warehouse. Wichtiger Hinweis: Das sind zwei sehr verschiedene Geschäfte.

4. Geschirr, Bettwäsche und Kleinkram, den man zum Leben braucht

The Warehouse ist so eine Mischung aus Walmart und IKEA in nicht hübsch, also nicht allzu einladend. Dafür gibt’s hier alles, was es braucht, wenn man seinen Camper einrichten will. Geschirr, Bettwäsche, Aufbewahrungsboxen, Mülleimer, Körbe, Sofakissen, oben genannte Paperclips. Die Liste ist lang. Wir haben hier also mehr als einen Großeinkauf hinter uns, um alle nötigen Dinge zu besorgen.

Tipp: Campingstühle und Gaskocher gibt’s in The Warehouse auch, allerdings war das im Bunnings Warehouse günstiger. Preise vergleichen lohnt sich also manchmal, wenn man hier sparen möchte.

5. Die Sache mit dem Strom

Natürlich wäre es ideal gewesen, einen kleinen Kühlschrank und eine ganz normale Stromversorgung im Camper zu haben. Wir hätten dafür eine zweite Batterie einbauen lassen müssen, was ziemlich teuer ist. Die meisten haben hier rund 500 NZD geschätzt. Wir haben entschieden, dass sich das für drei Monate nicht lohnt, zumal wir sowieso keinen Platz für einen Kühlschrank hätten. Man lernt ziemlich schnell, welche Lebensmittel mit Hitze klarkommen und welche eher nicht. Und der Strom für unsere Geräte? Kommt entweder über den Adapter vom Zigarettenanzünder oder über kleine Lade-Orgien, wenn wir alle paar Tage auf großen Campingplätzen stranden.

Tipp: Bei Jaycar in Nelson gibt es kleine Solarpanels und Powerbanks. Wir haben uns dort eingedeckt, sind seitdem aber tatsächlich etwas vom schlechten Wetter verfolgt und haben mit unserem Solarpanel daher noch nicht wirklich viel laden können.

Fazit: Was wir beim Einrichten unseres Campers gelernt haben

  • In der Nacht nach dem Lackieren besser eine Notlösung zum Schlafen haben – das Zeug riecht ziemlich streng. Wir durften bei unseren Freunden im Camper mit unterkommen 🙂
  • Tacker sind super! Für Decken, Lichterketten und Vorhänge zum Beispiel. NICHT für Matratzenbezüge.
  • Es eignet sich nicht jeder beliebte Gartenschlauch für die Pumpe der Spüle. Sonst schmeckt das Trinkwasser widerlich nach Gummi. Einen speziellen “Drinking Water Hose” gibt’s im Baumarkt.
  • Im Camper wird’s an warmen Tagen echt heiß. Tomaten, Paprika und Zucchini überleben das für ein paar Tage ohne Kühlschrank – Milch nicht 🙂
  • Ist der Camper mit Werbung beklebt, lässt die sich an warmen Tagen relativ gut abziehen – dafür braucht man aber relativ viel Geduld. Und Spiritursreiniger. Und Politur.

All das hat es gebraucht, damit aus unserem Camper unser eigenes DIY-Zuhause werden konnte. Für die komplette Einrichtung kann man nochmal rund 500 bis 1.000 NZD einkalkulieren, dafür ist das Mobile Home dann aber auch genau so, wie man es haben möchte. Und der Name “Walter Smitty”? Der ist inspiriert durch seine früheren Besitzer Smith & Sons Renovation und den Film “Das erstaunliche Leben des Walter Mitty”. Nicht gesehen? Unbedingt nachholen. Macht jede Menge Fernweh!

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2 Kommentare

  • Thomas Fröhlich

    Das sieht nach viel Arbeit aus! Ist aber ganz schön schön geworden!

    • luisa
      AUTOR

      War es allemal 🙂 Dankeschön! Fühlt sich inzwischen ganz schön nach zuhause an.

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