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Herausforderung Probepacken – Wie Gewichtsangaben unsere neue Währung wurden

Ich weiß nicht, wie viele Reiseblogs ich in den vergangenen Wochen gelesen habe, aber es waren eindeutig mehr als zur Vorbereitung irgendeiner anderen Reise. Die Frage aller Fragen: Was nehmen wir eigentlich alles mit? Dass wir mit Rucksack reisen werden war von vornherein klar, eine grobe Idee, was hinein soll, ebenfalls. Bis uns dann beim ersten Probepacken (zum Glück wird das in fast allen Reiseblogs empfohlen) bewusst wurde, was diese ganzen Sachen tatsächlich wiegen. Und dann war die Frage aller Fragen auf einmal: Was davon können wir vielleicht doch daheim lassen?

Das optimale Rucksackgewicht

Wir haben uns tatsächlich für zweimal Probepacken entschieden. Das erste Mal, um einen Überblick zu bekommen, was uns an Ausrüstung gegebenenfalls noch fehlt und was wir gerne mitnehmen würden. Und das zweite Mal ein paar Wochen später mit all den Dingen, die wir tatsächlich auf unserer Packliste stehen haben. Fazit: Beide Male waren ziemlich ernüchternd!

Es gibt praktische Richtlinien dafür, was so ein Rucksack wiegen sollte. Optimalerweise sind das rund 20% vom eigenen Körpergewicht. 25% sind okay, 30% echt die Obergrenze. Habe ich ausprobiert, würde ich keine halbe Stunde tragen wollen. Mein Verkäufer im Outdoor-Laden hat mir rund 14 Kilo als optimales Rucksackgewicht empfohlen. Zu dem Zeitpunkt klang das ganz easy machbar… bis dann beim Probepacken die Waage mit auf dem Tisch stand. Meine Wanderschuhe (die sich wirklich leicht anfühlen) wiegen 1,2 Kilo. Mein Laptop mit Ladegerät und Filzhülle bringt 2 Kilo auf die Waage. Und plötzlich erschienen 14 Kilo gar nicht mehr so einfach machbar.

Auf alles vorbereitet sein? Unmöglich!

Also habe ich wieder angefangen, Blogs zu lesen. Immer auf der Suche nach den perfekten Pack-Tipps, um Gewicht einzusparen. Bis ich dann irgendwann bei der Empfehlung ankam, auf Handtücher zu verzichten und sich stattdessen einfach immer mit einem T-Shirt abzutrocknen. Nee! Ganz so radikal will ich nicht sein, wenn ich mich ein halbes Jahr lang ohne festes Zuhause durch die Weltgeschichte schlage. Also haben wir uns überlegt, was wir wirklich unbedingt brauchen, was wir zur Not auch vor Ort kaufen können und was wir eigentlich eher als netten Bonus mitnehmen würden, weil es sich so anfühlt, als könnte das Teil ganz nützlich sein. Alles aus der Kategorie “netter Bonus” flog damit wieder runter von der Packliste, ebenso die Sachen, die wir uns bei Bedarf doch auch vor Ort besorgen können (zum Beispiel eine Wärmflasche und Moskitonetze). Was übrig blieb? Vier große Kategorien:

  • Kleidung und Schuhe
  • Technik-Kram
  • Kletter-Equipment
  • Hygienezeugs und Reiseapotheke

Klar, und dann kommt natürlich noch ein bisschen Kleinkram obendrauf. Zum Beispiel das Reisekissen für die stundenlangen Flüge, eine Stirnlampe oder die ultraleichte Travel-Wäscheleine für den Camper. Wiegt einzeln teilweise nur ein paar Gramm, in Summe macht es dann doch wieder mehr aus. Aber auf alles verzichten ist auch nicht so richtig drin.

Die Packliste steht – Probepacken sei Dank

Am Anfang dachten wir, dass das Probepacken gar nicht so wichtig sei. Inzwischen ist uns klar, warum jeder Blogger das empfiehlt. Ohne wäre der Tag vorm Abflug ein einziges Chaos geworden. Das größte “Problem” ist sicherlich unsere Kletterausrüstung, die wir auf keiner anderen Packliste gefunden haben. Ohne hätte ich mich gemütlich irgendwo bei 12 Kilo eingependelt, mit sind es rund 16 Kilo, und davon lässt sich inzwischen wirklich nichts mehr einsparen. Kein Wunder, denn Helm, Schuhe, Karabiner, Gurt und Sicherungsgerät wiegen einfach eine ganze Menge. Und bei Felix kommen obendrauf sogar noch ein Seil und Expressen – schwer, aber in dem Fall tatsächlich lebensnotwendig.

Probepacken Kletterausrüstung

Es gibt für alles eine Lösung

Unser Vor- und Nachteil in einem ist definitiv unsere Reiseroute. Nachteil deshalb, weil es in Neuseeland nachts am Anfang unserer Reise durchaus auch mal 5°C kalt werden kann und uns in Südostasien hingegen Hitze pur erwarten wird. Heißt, einfach nur die leichten Tops und Shorts einpacken reicht nicht aus. Vorteil aber daher, weil unsere Reise in Neuseeland startet und wir unser Gepäck in den ersten drei Monaten daher nicht wirklich mit uns rumtragen werden (sofern das mit dem Camper alles seinen Gang geht).

Glücklicherweise ist unser erster Stop in Südostasien Singapur – und von dort aus kann man ziemlich günstig Pakete nach Deutschland schicken. Praktisch, denn die warmen Fleecejacken und die festen Wanderstiefel werden wir auf dem zweiten Teil unserer Reise ziemlich sicher nicht benötigen. Also wird sich von Singapur aus wohl ein Paket auf den Weg nach Hamburg machen, mit dem wir unsere Rucksäcke hoffentlich beide nochmal um 2 bis 3 Kilo Gewicht erleichtern können.

Ob der Plan tatsächlich so aufgeht, auf was wir am Ende hätten verzichten können und was wirklich hilfreich gewesen wäre, das wissen wir wohl erst in einem halben Jahr :).

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