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Unsere Reise nach Fiji – Das versteckte Paradies

Nach drei Monaten im Camper in Neuseeland stand für uns Mitte Januar unsere Weiterreise nach Fiji an. So richtig wussten wir nicht, was uns eigentlich erwarten wird – nur, dass alle ziemlich neidisch geseufzt haben, wenn wir erzählten, dass wir eine Woche Zwischenstopp mitten im Ozean einlegen. Fazit? Fiji ist wirklich ein kleines Paradies!

Eine Woche Urlaub vom Reisen

Natürlich gibt es in Fiji einiges zu sehen. Viele Urlauber buchen für ihre Reise nach Fiji statt einer Unterkunft kleine Pakete fürs Insel-Hopping und schlafen jede Nacht auf einer anderen der rund 140 Inseln. Da wir in Neuseeland allerdings mehr als 8.000 Kilometer in drei Monaten an Strecke zurückgelegt haben, wollten wir mit unserer Reise nach Fiji ganz bewusst die Seele baumeln lassen. Wir haben uns also entschieden, auf die typischen Sightseeing-Touren zu verzichten.

Vom Flughafen Nadi ging’s mit dem Shuttle also zweieinhalb Stunden auf der Hauptstraße (es gibt genau eine große Straße, die um die komplette Insel führt) durch kleine Dörfer, vorbei an Obstständen direkt am Straßenrand, Kühen, Pferden, Hunden und beinahe ausschließlich Einheimischen zum Crusoe’s Retreat im Süden der Insel. Da es bereits dunkel war, haben wir nach der ersten Stunde Fahrt gar nicht mehr allzu viel gesehen, auch nicht vom Retreat selbst. Begrüßt wurden wir mit einem herzlichen „Bula bula, welcome home!“, fijianischen Muschelketten, Begrüßungsdrinks und traditioneller Trommelei. Kein Wunder, dass wir uns ein kleines bisschen wie Könige gefühlt haben. Und der Ausblick am ersten Morgen? Strahlender Sonnenschein, türkisfarbiges Wasser und alles voller Palmen. Ungefähr so wie auf den Bildschirmfotos, die man früher als Computer-Hintergrundbild hatte.

Fiji mit Meer, Palmen und Buren

“Fiji Time” – Bewusste Entschleunigung

In Fiji läuft alles sehr langsam. Und jeder findet das gut so. Für uns Europäer, die eigentlich immer eine Deadline im Kopf haben und bei denen es ständig „schnell schnell“ gehen muss, erstmal ziemlich ungewohnt. Aber auch total schön. Morgens gemütlich frühstücken, dann in den Pool springen, lesen, Kartenspielen, Kokosnüsse knacken, durch glasklares Meerwasser schnorcheln, Einsiedlerkrebse beobachten… genau das, was man eben so macht, wenn man eine Woche lang eigentlich gar nichts macht.

Der Vorteil an so einem Retreat? Wir müssen uns um nichts kümmern. Es gibt gefühlt ständig etwas zu essen, jeder ist gut drauf und eigentlich hat man gar keinen wirklichen Anlass, das Retreat zu verlassen. Der Nachteil: Das Essen ist ziemlich teuer. Klar, denn die nächste größere Stadt ist über eine Stunde entfernt. Um dorthin zu kommen, benötigt man zuerst ein Taxi, das einen über die Schotterstraße zur nächsten Hauptstraße bringt. Von dort kann man dann den Bus nehmen. Allzu günstig sind die Supermärkte allerdings nicht und eine Kochmöglichkeit gab es in unserer Bure ohnehin nicht. Wir haben also einfach in unserem Retreat gegessen und uns damit ziemlich verwöhnen lassen. Wer auf seiner Reise nach Fiji sparen will, sollte aber vermutlich anders unterwegs sein.

Ausflug in den fijianischen Alltag

Direkt neben dem Retreat liegt ein sehr ursprüngliches Dorf, Namaqumaqua. Bis auf den Chef kommen alle Mitarbeiter des Retreats aus diesem Dorf und können daher so einiges über die fijianische Kultur und das alltägliche Leben erzählen. Anders als bei uns Bier und Wein wird in Fiji beispielsweise eine Kräutermischung namens “Kava” getrunken, die der Zunge ein ähnlich taubes Gefühl verleiht wie unsere Strepsil-Halsbonbons und ein bisschen duselig macht. Wir durften bei einer kleinen Kava-Zeremonie im Gemeinschaftshaus dabei sein – hat sich natürlich alles ein bisschen touristisch angefühlt, war aber trotzdem sehr schön. Ein kleiner Kulturschock ist es schon, zu sehen, wie einfach die Menschen in dem Dort wohnen und wie hübsch das Retreat direkt nebenan ist. Und dabei waren wir im günstigsten Retreat, das es auf der Insel gibt – gar kein Vergleich zu den Luxus-Resorts, die sich weiter westlich an den Stränden tummeln. Ansonsten haben wir mit den Einheimischen getanzt, unseren Krebs beim Hermit Crab Race angefeuert (hat leider nichts gebracht) und am letzten Abend eine eher merkwürdige Runde Bingo mit allen gespielt. Es ist schon eine Welt für sich…

Das Schnorchel-Paradies mitten im Ozean

Am ersten Tag haben wir uns direkt einen richtig fetten Sonnenbrand geholt. Klar, denn unter Palmen am Pool zu liegen fühlt sich zwar schattig an – die Sonne kommt aber trotzdem durch. Da es den meisten anderen Gästen auch so ging, gehört das aber wohl einfach dazu. Danach haben wir die fette Mittagssonne also vorsorglich gemieden und uns erst nachmittags ins Wasser getraut. Wenn den ganzen Tag Sonne pur und über 30° Temperatur herrschen, genügt das aber auch völlig. Schnorchelausrüstung gab’s im Retreat kostenlos, die Taucherbrillen waren zwar ganz schöner Mist, haben aber letztendlich trotzdem ihren Zweck erfüllt. Und tatsächlich ist Schnorcheln auch das, was sich in Fiji wohl am meisten lohnt – für mich, die vorher noch nie Schnorcheln war, absolut unglaublich. Die einzigen gefährlichen Tiere in Fiji scheinen übrigens Sea Snakes zu sein, also Wasserschlangen. Die haben wir aber zum Glück nicht gesehen. Stattdessen gab’s Seeigel, Seesterne, Nemos, Wassergurken, Korallen und Fische über Fische zu entdecken.

Tauchende Frau beim Schnorcheln in Fiji

Auf der Reise nach Fiji gutes Karma einpacken

Da ein bisschen Aufregung bei uns allerdings dazugehört, folgte bei unserem zweiten Schnorchel-Ausflug ein ziemlich unnötiges Ereignis: Wir haben unsere Actioncam irgendwo im Wasser verloren. Die Bilder waren zum Glück alle schon auf dem Laptop gespeichert, aber nichts destotrotz haben wir uns das ziemlich teure Ding explizit für die Reise gekauft. Als wir sie nach anderthalb Stunden Suche bei recht starkem Wellengang immer noch nicht wiedergefunden hatten, waren wir total erschöpft und ziemlich frustriert. Aber ob es nun am guten Karma lag, an Felix‘ stets gepachtetem Glück oder einfach an unserer Hartnäckigkeit: Wir haben sie am Tag drauf tatsächlich wiedergefunden.

Bei Ebbe steht das Wasser nur etwa bis zur Mitte der Oberschenkel, also sind wir nochmal mit Schnorchel-Ausrüstung raus und haben den Abschnitt vor dem Retreat abgesucht. Zugegeben: Es hat sich angefühlt wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wer schonmal was im Meer gesucht hat, weiß, dass ein Konzept dahinter nicht so richtig machbar ist. Aber nach etwa einer Stunde hing da plötzlich ein schwarzer Gegenstand in einem kleinen Korallenbusch, der gar nicht so richtig natürlich ausgesehen hat. Und siehe da, es war unsere Kamera. Die Glücksgefühle waren riesig, der Akku war noch voll und die Kamera funktioniert noch immer einwandfrei. Urlaub gerettet! 🙂

Fisch zwischen Korallen beim Schnorcheln in Fiji

Fiji – ein Land, das sich auch zum Reisen eignet

Auf der Rückfahrt zum Flughafen haben wir dann endlich auch mehr von der Landschaft sehen können. Und was soll man sagen, der Urwald sieht fantastisch aus und die Strände sind absolut traumhaft. Für ein, zwei Wochen Urlaub eignet sich Fiji von Deutschland aus sicherlich nicht, dafür ist die Flugzeit einfach zu lang. Sollten wir aber irgendwann nochmal die Möglichkeit haben, für ein paar Wochen nach Fiji zu reisen, würden wir das sicherlich machen. Dann allerdings ganz bewusst, um urtümlicher zu reisen. Mit den fijianischen Bussen statt Shuttles, mit Hostels und Homestays statt einem Resort und mit viel Zeit. So kann man dann auch die anderen Inseln besichtigen, mehr von der Kultur und den Einheimischen erfahren und auch mal durch den Urwald wandern. Reiseempfehlung: Check!

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3 Kommentare

  • Thomas Fröhlich

    Felix stets gepachtetes Glück? 🙂

    • Luisa

      Klar, bei dem Namen konnte er ja nur ein Glückspilz werden 😀

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