Freelancerin mit Laptop in Café für Selbstständigkeit
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Traumjob Freelance Copywriter: Hilfreiche Soft Skills, die den Start in die Selbstständigkeit einfacher machen

In der Welt der Kreativbranche braucht man vor allen Dingen Kreativität, klar. Aber so schön es wäre, sich als Freelancer einfach nur auf diese verlassen zu können… komplett reicht sie leider nicht aus, um allein davon ganz entspannt freiberuflich arbeiten zu können. Neben rechtlichen und steuerlichen Vorgaben gibt es noch einige weitere Soft Skills, die für die Selbstständigkeit ziemlich wertvoll sind. Manche davon sind mir ziemlich leicht gefallen, andere wiederum kamen mit Erfahrung und wachsender Sicherheit. Um dir beim Start in deine Selbstständigkeit ein bisschen zu helfen, möchte ich dir gern die Soft Skills mitgeben, die für mich vor allem am Anfang ausschlaggebend waren.

Freelancer werden ist nicht schwer, Freelancer sein…

Wie ich persönlich zum Texten gekommen bin, habe ich in meinem ersten Blog-Artikel schon erzählt. Aber ob Quereinsteiger, medienbasiertes Studium oder doch eine gezielte Ausbildung an einer Texter-Schule – klar ist, den einen Weg zum „Texter-Dasein“ gibt es ganz sicher nicht. Ich habe beispielsweise sechs Jahre lang Publizistik beziehungsweise Kommunikationswissenschaft studiert und war damit ganz gut für „Irgendwas mit Medien“ gewappnet, ganz konkret für’s Texten aber natürlich nicht. Trotzdem war mein Studium keineswegs „umsonst“ (wortwörtlich betrachtet sowieso nicht :D). Insbesondere in Sachen PR, Werbung, Journalismus und Zielgruppenanalyse hatte ich einige Grundlagen-Seminare, die mir heute im Job oft weiterhelfen.

5 Soft Skills für einen angenehmeren Start in die Selbstständigkeit

Welchen persönlichen oder beruflichen Hintergrund man aber nun zum Texten mitbringt: es gibt einige Skills, die man nicht unbedingt im Büro oder dem Studium, sondern vielleicht an ganz anderen Stellen in seinem Leben lernt. Und einige davon sind wahres Gold wert, wenn man sich in die Selbstständigkeit stürzt. Deswegen hier meine top 5 Soft Skills, die mir in den letzten zwei Jahren das Leben wirklich erleichtert haben (sobald ich sie ein bisschen verinnerlicht hatte).

1. Leidenschaft für die eigene Sparte

Zugegeben, das klingt banal. Vermutlich weiß zum Beispiel jeder, der texten will, dass das Schreiben einen Großteil des Jobs ausmachen wird. Da ist es schon nicht schlecht, ein bisschen Freude daran zu haben. Wichtig ist allerdings: Schreiben ist nicht gleich schreiben. Ich hatte zu Beginn ein relativ romantisches Bild von meinem Texter-Dasein – auch davon geprägt, wie viel Leidenschaft ich in meine Bühnentexte gesteckt habe. Aber manchmal läuft das natürlich anders, denn gerade zu Beginn kann man sich seine Aufträge in der Regel nicht aussuchen und arbeitet dann mitunter mal in einer Branche, für die das eigene Herz weniger schlägt.

Mir hat es bei solchen Jobs extrem geholfen, die Texte als weitere Erfahrung zu sehen und mir vor Augen zu führen, dass ich von genau dem lebe, von dem ich geträumt habe. Und wenn man diese Motivation behält, dann hilft die auch mal durch einen Produkttext über Stempelkissen.

2. Organisationstalent & Zeitmanagement

Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich ein sehr organisierter Mensch bin. Und während ich meinen Freunden damit manchmal ziemlich auf die Nerven gehe, gibt es für meinen Job wohl nichts, was mir so sehr den Alltag erleichtert. Ich führe meinen Kalender ganz akribisch, schreibe mir To-Do-Listen und versuche, nichts (zumindest nichts Wichtiges) lange vor mir herzuschieben. Wenn ich mich an Aufträge setze, dann darf um mich herum gerne kreatives Chaos herrschen – beim Planen meiner Aufträge und Termine lieber nicht. Wie mein Freelancer-Zeitmanagement ganz konkret aussieht, das erfährst du in meinem Blog-Beitrag “Kopf aus, Feierabend”.

Goldene Sanduhr neben Kalender für Zeitmanagement als Soft Skill in der Selbstständigkeit

3. Keine Angst vor Existenzängsten

Angst. Gehört. Dazu. Das ist wichtig. Denn ich kenne niemanden, der selbstständig ist und dem das nicht mindestens einmal gehörig Angst eingejagt hat. Erfahrungsgemäß ist es eher so, dass Ängste kommen und gehen. Um welche Ängste geht es also? Zum Beispiel gibt es die Angst davor, nicht gut genug zu sein. Oder die Angst, keine neuen Kunden zu finden. Dann gäbe es da noch die Sorge, an der ganzen Bürokratie zu scheitern und nach dem ersten Jahr dank horrender Steuernachzahlungen pleite zu gehen. Oder die Angst davor, plötzlich keine Zeit mehr für ein Privatleben zu haben.

Aber ganz egal, welche Angst du hast (es gibt bestimmt noch hunderte mehr): Wichtig ist, dass du sie nicht per se als etwas Schlechtes siehst. Denn bei einem so wichtigen Schritt gehören Ängste einfach dazu. Natürlich sorgen sie für Unsicherheit und Zweifel, aber gleichzeitig machen Ängste auch wachsam. Sie helfen dir dabei, realistisch zu sein und nicht leichtfertig mit wichtigen Entscheidungen umzugehen. Und solange man es schafft, die Angst dann auch wieder in ihre stille Ecke zu packen und mit Zuversicht weiterzumachen, darf sie gerne immer mal wieder auftauchen und das, was man tut, hinterfragen.

4. Eine Portion Selbstvertrauen

Nummer vier ist für mich eindeutig die größte Herausforderung. Ich neige nämlich besonders zu der Angst davor, nicht gut genug zu sein, Aufträge nicht zufriedenstellend umzusetzen und so wichtige Kunden zu verlieren. Warum das so ist? Dafür gibt es sicherlich unzählige Gründe, die will ich aber gar nicht so genau wissen. Was mir in Sachen Selbstvertrauen am besten hilft ist Erfahrung. Und die braucht Zeit, klar. Aber mit jedem neuen Auftrag, den ich abschließe, wachsen meine Erfahrungen – nicht nur bezüglich der konkreten Aufgaben, die es zu erledigen gibt, sondern auch in der Kommunikation mit meinen Kunden. Und genau diese Erfahrung führt mir vor Augen, dass ich nicht einfach nur aus Glück heraus neue Aufträge bekomme, sondern auch wegen dem, was ich kann. Und das darf man sich ruhig häufiger sagen. Oder aufschreiben, ganz egal.

5. Der Wille, viel zu lernen

Den letzten Punkt nehme ich unter Vorbehalt in meine Liste auf. Ich glaube nämlich, man muss nicht zwangsläufig den Willen haben, ganz viel zu lernen – aber er hilft definitiv. Mit lernen meine ich allerdings keine konkreten Inhalte wie damals in der Schule. Vielmehr geht es darum, zu verstehen, was alles zur Selbstständigkeit dazugehört und dass es hilft, sich mit vielen Dingen auszukennen.

Beispiel gefällig? Steuern. Oder Buchhaltung. Oder Datenschutz. Wenn man viel Geld hat, kann man diese Sachen natürlich alle an Profis outsourcen. Die machen das sowieso viel besser als man selbst und man spart sich die Zeit, die man in solche Themen investiert. Klar, das ist verlockend. Vor allem, wenn man (wie in meinem Fall) absolut kein Zahlenmensch ist und keine Ahnung von Betriebswirtschaft hat. Aber, und das ist der springende Punkt, wenn man sich am Anfang die Zeit nimmt, sich in einige dieser Themen einzuarbeiten, dann weiß man einfach besser Bescheid. Man kann einschätzen, um was man sich vielleicht selbst kümmern muss und wo man sich professionelle Unterstützung holen sollte. Man weiß, welche Versicherungen man wirklich braucht und schließt nicht einfach alles ab, was der Versicherungsberater empfiehlt. Und man kann sicher sein, dass man sich so immer und immer wieder weiterbildet.

Bücher auf Tisch, Lernen als Soft Skill für Selbstständigkeit

Deine Selbstständigkeit ist so individuell wie du selbst

Natürlich kann es sein, dass für dich ganz andere Fähigkeiten nötig sind, wenn du als Freelancer durchstarten möchtest. Denn gerade, wenn man sich als Dienstleister eine Personenmarke aufbaut, kommt es hierbei ganz viel auf die eigene Persönlichkeit und den Charakter an. Und wir sind nun mal alle ganz schön unterschiedlich. Ich würde mich freuen, wenn du in den Kommentaren deine wichtigsten Soft Skills für den Start in die Selbstständigkeit mit mir teilst!

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3 Kommentare

  • Felix

    Toller Beitrag, Luisa.

    Zur Portion Selbstvertrauen gehört für mich immer noch, keine Angst vor Bekanntschaften zu haben. Neue Kunden und potenzielle Partner finden sich am besten, wenn man nicht davor zurückschreckt, sie einfach anzuquatschen.

    • luisa
      AUTOR

      Hej Felix, danke dir! Damit hast du absolut recht – gerne auf Menschen zuzugehen ist mehr als hilfreich (:

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  • Pingback: Wie du als Freelancer für gutes Zeitmanagement sorgst » ganz frei raus 12. Mai 2019