Gutes Zeitmanagement für Feierabend in der Bar nach der Arbeit
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Kopf aus, Feierabend – Wie du als Freelancer für ein gutes Zeitmanagement sorgst

Die “ausgewogene” Work-Life-Balance ist aus Job-Ausschreibungen heutzutage gar nicht mehr wegzudenken. Zeit für Familie, Hobbies oder die ehrenamtliche Tätigkeit spielen bei vielen Menschen für ein erfüllendes Leben eine immer wichtigere Rolle. Gerade als Freelancer ist man für sein Zeitmanagement und diese Freiheiten selbst verantwortlich – manchmal Fluch und Segen zugleich.

Eine Drei-Zimmer-Wohnung, mein Home Office und ich

Wenn ich in meinem Bekanntenkreis über mein Freelancer-Dasein spreche, gehen die Reaktionen oft auseinander. Zum Beispiel, wenn es darum geht, dass mein Wecker unter der Woche manchmal erst um 9 Uhr klingelt. “Was für ein Luxus”, ist dann häufig die Antwort. Und stimmt – es ist ein ziemlich netter Benefit. Vor allem dann, wenn man wie ich morgens um 6 Uhr einfach noch nicht in der Lage ist, auf Hochtouren kreative Ideen zu produzieren. Hat man dann noch ein kleines Büro zuhause, geht’s ohne Arbeitsweg direkt nach dem Frühstück an den Schreibtisch.

Genau dieser fehlende Arbeitsweg ist es allerdings, der mir hin und wieder zum Verhängnis wird. Meine Arbeit teilt sich mit mir und meinem Verlobten eine Drei-Zimmer-Wohnung. Ich kann die Tür zu meinem Büro zwar schließen – genauso einfach lässt sie sich aber auch wieder öffnen. Zum Beispiel, wenn unter der Woche keine Zeit war für die Umsatzsteuervoranmeldung und ich diese auf Samstagvormittag verlege. Wenn ich abends auf dem Smartphone noch eine coole Ausschreibung entdecke und mich dann doch nochmal an den Laptop setze, um mein Portfolio rauszuschicken. Oder wenn die eigene Website mal wieder optimiert werden muss und dafür der Sonntag draufgeht. Gerade zu Beginn meiner Selbstständigkeit ist es mir extrem schwer gefallen, irgendwann einfach mal Feierabend zu machen.

Der Wert eines konsequenten Zeitmanagements als Freelancer

In den ersten Monaten meiner Selbstständigkeit dachte ich, ich müsste jederzeit für meine Kunden erreichbar sein. Ich habe mich unter der Woche mit Aufträgen überladen, um mir einen Puffer für schlechtere Zeiten anzusparen und Referenzen aufzubauen. Steuern, Buchhaltung, Self-Marketing, … all das wurde auf die Wochenenden und den “Feierabend” verschoben. Da ich genau den Job mache, den ich machen will, hat sich das auch nicht schlimm angefühlt. Aber je mehr ich mich verausgabt habe, desto stärker wurde mir irgendwann bewusst, dass ich dieses Pensum keine dreißig oder vierzig Jahre durchhalten werde – oder besser gesagt, durchhalten kann.

Die Lösung? Eine feste Zeiteinteilung und ein Hobby, das jegliche Gedanken an die Arbeit aus meinem Kopf vertreibt. Ich habe mich also hingesetzt und überlegt, wie und wie viel ich eigentlich arbeiten will. Längerfristig gedacht.

So lässt sich meine Arbeitszeit besser managen

  • Geregelte Arbeitszeiten: Mein Arbeitstag beginnt meistens gegen 9 Uhr und endet zwischen 18 und 19 Uhr. Davor und danach beantworte ich keine Mails und versuche, außerhalb dieses Zeitraums auch möglichst keine Zeit in meinem Arbeitszimmer zu verbringen.
  • Montag ist Management-Tag: Montags bin ich viel weniger fokussiert als an den anderen Wochentagen. Wenn ich einen wichtigen Auftrag abschließen muss, erledige ich das natürlich. Andernfalls lege ich auf meine Montage eher Aufgaben wie Buchhaltung, Rechnungen schreiben oder Calls und Termine mit (neuen) Auftraggebern. Das macht meinen Start in die Woche entspannter.
  • To-Do-Listen: Klingt simpel, hilft aber ungemein. Gerade in Phasen, in denen ich viele kleinere Aufträge mit unterschiedlichen Deadlines koordinieren muss, kann die Organisation dieser schnell unübersichtlich werden. Also starte ich am Wochenanfang damit, mir eine klare To-Do-Liste mit allen Deadlines für die jeweiligen Projekte zu schreiben. Diese arbeite ich dann Tag für Tag ab und kann so sicher sein, dass nichts untergeht.
  • Keine Mittagspause am Schreibtisch: Zugegeben, ich koche nicht allzu gerne für mich alleine und mache mir mittags daher eher Snacks. Seit einiger Zeit nötige ich mich allerdings dazu, auch diese in der Küche zu essen und sie nicht einfach mit an den Schreibtisch zu nehmen. So eine halbe Stunde Auszeit lässt den Kopf wieder neue Energie tanken, damit ich am Nachmittag konzentriert weiterarbeiten kann.
  • Keine Arbeitsgedanken auf dem Sofa: Ich behalte mir Dinge extrem gut im Kopf. Termine, offene Rechnungen, Konzeptideen und so weiter. Gerade solche Gedanken sind es, die mich allerdings gerne davon abhalten, abends auch einfach mal Feierabend zu machen und die Arbeit zu vergessen. Was hilft: Alles aufschreiben, auf den Schreibtisch legen und damit bewusst für den Tag abhaken. Und dann mit freiem Kopf den Abend genießen.

Natürlich gibt es noch viele weitere Soft Skills, die dir neben einem guten Zeitmanagement als Freelancer ebenfalls in der Selbstständigkeit weiterhelfen. Welche das unter anderem sind, findest du in meinem Blog-Beitrag zum Thema “Hilfreiche Soft Skills, die den Start in die Selbstständigkeit einfacher machen”.

Richtig auspowern, um neue Kraft zu tanken

Kurz bevor ich nach Hamburg gezogen bin, habe ich mir bei einem Snowboard-Sturz recht kompliziert den Arm gebrochen, sodass ich ihn mehrere Monate kaum belasten konnte. Beim Arbeiten ziemlich unangenehm. Nach einem Dreivierteljahr Schonfrist entschied mein Physiotherapeut dann, dass wir einfach das Gegenteil versuchen – mit 100 Liegestützen jeden Tag oder einer Sportart, die die Arme extrem fordert. Ich hab mich selbstverständlich gegen die Liegestütze entschieden (zu dem Zeitpunkt ging nicht mal eine!) und angefangen, klettern zu gehen. Und in den vergangenen anderthalb Jahren hat sich das Klettern zu einer Leidenschaft gemacht, die ich nicht mehr hergeben möchte.

Wenn ich in einer herausfordernden Route hänge, dann gibt es in meinem Kopf nichts anderes als den nächsten Zug. Ganz egal, wie stressig mein Arbeitstag gewesen ist. Genau das ist der Grund, warum ich besonders nach anstrengenden Tagen am liebsten in die Kletterhalle gehe und mich auspowere. Denn danach sind definitiv alle Gedanken an die Arbeit verschwunden, ich kann meinen Feierabend richtig genießen und am nächsten Tag mit neuer Energie starten.

Klettern in Kletterhalle zum Auspowern nach Feierabend

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